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Hama-WLAN-Stick mit Chipsatz Ralink RT2501USB unter Debian Lenny

Das ganze fing damit an, daß mein Internetanschluß bei Alice seit Anfang 2009 ständig Probleme machte. Immer wieder Verbindungsabbrüche, tausend Resets des Routers, viel zu langsam … Bei der Hotline erzählte man mir jedesmal anderen Stuß, und der Gipfel war, daß man mir auch noch glatt ins Gesicht sagte: “Ahso, Sie haben Linux? Für Linux leisten wir gar keinen Support. Auf Wiederhören.” Und das nach mehr als drei Jahren treuer Kundschaft. Da war es ein Glück, daß in dem Haus in Berlin-Pankow, in dem ich wohne, vor kurzem Breitbandkabel von Kabel Deutschland gelegt wurden. Erst wollte ich das gar nicht, denn was soll ich mit noch mehr kostenpflichtigen Rotfunk-Verblödungskanälen für die idiotische Glotze. Nachdem es aber einmal da war, erwies es sich als ein Glück, denn Kabel Deutschland bietet auch Internet-Flatrates über dieses Kabel an. Ich orderte also telefonisch das Internet/Telefon-Paket “Comfort”, und wie zugesagt kam zehn Tage später ein Techniker ins Haus, schloß das Kabelmodem an, testete Internet und Telefon und überreichte mir einen WLAN-Router Typ D-Link DR-615.

Das war schon mal prima und das Kabelmodem machte mit seiner Anschlußart auch in mechanischer Hinsicht einen bedeutend besseren Eindruck als der ganze bisherige Krampf mit TAE-Kabel und Splitter. (Daß Kabel Deutschland just eine Woche nach meinem Vertragsabschluß auch nichts besseres zu tun wußte, als in typisch deutschem vorauseilendem Gehorsam Frau Laiens gesetzlose dummdreiste Zensurverträge zu unterschreiben, steht auf einem anderen Blatt.) Der DR-615 ließ sich im Browser unter der IP 192.168.0.1, zunächst noch über normales LAN-Kabel, ohne Probleme konfigurieren. Dabei vergab ich auch gleich die WLAN-SSID sowie das WPA-Paßwort und schaltete DHCP aus. Beim Kabelmodem muß man übrigens keine Authentifizierungsdaten für die Internet-Einwahl mehr eingeben, das macht es alles alleine. Das alte Analogtelefon wird direkt an das Kabelmodem angeschlossen.

Nun standen mir zwei WLAN-Sticks von Hama – mit hübschen kleinen Antennchen versehen – zur Verfügung, die ich gerne für unsere beiden Rechner verwenden wollte. Für die Windows-Kiste gabs natürlich mit dem Stick mitgelieferte Treiber, und das funktionierte alles auch gleich. Aber wird der WLAN-Stick auch auf meinem Hauptrechner unter Debian Lenny laufen?

Ob das neckische Antennchen nicht nur Zierat ist?

Also erstmal etwas zusätzliche Software installiert …

$ apt-get install wireless-tools wpasupplicant

… und dann den WLAN-Stick eingesteckt:

$ lsusb
Bus 004 Device 003: ID 148f:2573 Ralink Technology, Corp. RT2501USB Wireless Adapter

Im Debian Wiki steht, daß daß für diesen Chipsatz (Ralink RT2501USB) der Treiber rt2500usb zuständig sein soll, und daß er angeblich im Kernel 2.6.26 schon vorhanden ist:

$ lsmod | grep usbcore
usbcore 118160 7 rt73usb,rt2500usb,rt2x00usb,usbhid,ehci_hcd,uhci_hcd

Ja, dem ist so. Sehr schön. Wird der WLAN-Stick gar schon als Netzwerkadapter erkannt?

$ ifconfig -a
wlan0 Link encap:Ethernet Hardware Adresse 00:10:60:a0:da:13

Dito. Also ein Testeintrag in /etc/network/interfaces angelegt:

$ vim /etc/network/interfaces
iface wlan0 inet static
   address 192.168.0.4
   netmask 255.255.255.0
   broadcast 192.168.0.255
   gateway 192.168.0.1
   dns-nameservers 192.168.0.1

Mal sehen, was passiert, wenn man das Interface aktivieren will:

$ ifup wlan0
   SIOCSIFFLAGS: No such file or directory
   SIOCSIFFLAGS: No such file or directory
   Failed to bring up wlan0.

Die übliche Web-Recherche hilft dabei, darauf zu kommen, daß man ja mal in die Kernel-Logs schauen könnte …

$ dmesg -c
[ 3869.860841] firmware: requesting rt73.bin
[ 3869.881130] phy1 -> rt2x00lib_request_firmware: Error — Failed to request Firmware.

Öha! Der braucht anscheinend noch eine passende Firmware. Schade, daß sowas im Zusammenhang mit Wireless Linux so selten erwähnt wird. Die passende Firmware gibt es bei Ralink:

$ mkdir ~/src/linux-wireless && cd ~/src/linux-wireless
$ wget http://www.ralinktech.com.tw/data/RT71W_Firmware_V1.8.zip && unzip RT71W_Firmware_V1.8.zip
$ cd RT71W_Firmware_V1.8
$ su
$ cp rt73.bin /lib/firmware

Neuer Versuch:

$ ifup wlan0
$ iwlist wlan0 scan
wlan0     Scan completed :
   Cell 01 — Address: 00:24:01:33:99:27
      ESSID:"penzion_harmonie"
      Mode:Master
      Channel:3
      Frequency:2.422 GHz (Channel 3)
      Quality=50/100  Signal level=-60 dBm
      ...

Er findet also die ganzen Netze, die hier im Umkreis so vorhanden sind. Wiederum sehr schön. Aber wie jetzt sich konkret mit penzion_harmonie verbinden?

Da wäre doch ein kleines grafisches Tool nicht schlecht. Was es da so alles gibt, steht u.a. im Debian-Wiki. Da gefällt mir doch der wicd nicht schlecht, siehe dessen Homepage. Ist mir als Django/Python-Fan natürlich sehr sympathisch:

$ cd ~/src/linux-wireless && wget http://switch.dl.sourceforge.net/sourceforge/wicd/wicd-1.5.9.tar.gz
$ tar xvzf wicd-1.5.9.tar.gz && cd wicd-1.5.9
$ python setup.py configure
$ su
$ python setup.py install

Dann dbus neustarten:

$ /etc/init.d/dbus restart

Und danach wicd starten:

$ /etc/init.d/wicd start

Und nun noch wicd-client:

$ wicd-client

wicd-client meldet sich mit einem Tray-Icon zurück. Ein Klick auf dieses bringt den Wicd Manager auf den Desktop:

Hier ist alles selbsterklärend

Jetzt müssen nur noch im Wicd Manager die gewünschte IP-Adresse, der Nameserver und das WPA-Paßwort eingetragen werden. Beim nächsten Linux-Neustart wurden bei mir sowohl wicd als auch wicd-client automatisch gestartet, ohne daß ich noch meine Startskript-Konfiguration anfassen mußte. Den Nameserver von Kabel Deutschland, der hinter dem Router steht, werde ich wohl spätestens dann gegen meinen eigenen austauschen, wenn ich das erste Mal jenes ominöse Stopschild zu sehen bekomme — wobei ich am ehesten damit rechne, daß mir dies eines Tages beim Aufruf eines unbotmäßigen politischen Blogs oder dergleichen passieren wird. Jetzt bin ich nur gespannt, was sich Zensursula und ihre gendergemainstreamten linksrechtsrotschwarzgrüngelben GenossInnen oder wahlweise opportunen GegenspielerInnen als nächstes einfallen lassen werden …

wma-Streams unter Debian

Internetradio ist natürlich eine feine Sache, wenn man Radiosender hören möchte, die für klassischen UKW-Empfang zu weit weg sind. Die Klangqualität ist zwar meist nicht so gut wie bei UKW, aber immerhin besser als nichts …

Rádio Impuls, einer meiner Lieblingssender, hat auf der Website http://www.impuls.cz/ einen Link zu “On-Line Rádio … rychlé připojený”, da öffnet sich ein Popup, das den Stream mittels Browser-Plugin abspielen will. Das ist nicht ganz das, was ich haben möchte. Ein kurzer Blick in den Quellcode des Popups zeigt den Link auf etwas, was mit dem Stream zu tun haben muß:

http://www.play.cz/radio/impuls128.asx

Mal sehen, was das ist, also diese Datei mittels

~$ wget http://www.play.cz/radio/impuls128.asx

heruntergeladen. Das ist eine normale xml-artige Textdatei. Aber was jetzt damit anfangen? In Amarok 1.4.3 jedenfalls nichts, ebensowenig mit dem Link auf den eigentlichen Stream, der in der Datei drinsteht:

mms://netshow5.play.cz/playspot/Impuls.wma?WMContentBitrate=130000

Den akzeptiert Amarok zwar unter “Radio-Stream hinzufügen”, aber wenn man den Stream dann abspielen möchte, beginnt Amarok zu buffern, man hört einen kurzen Fetzen Sound, und dann ist Schluß. Nejde!

Aber siehe da, ein Klick auf impuls128.asx öffnet Kaffeine 0.8.2, und damit funktioniert es einwandfrei! Es ist zwar ein wenig schade, daß diese Amarok-Version anscheinend noch nicht mit wma-Streams zurechtkommt, aber die Freude ist trotzdem groß – jetzt gibt es abends von acht bis zehn “Česká diskotéka”! :)