Es gab in Berlin mal ein ganz außergewöhnlich schönes kleines Museum, in dem der Eintritt frei war, das in einem der schönsten Bauten von Karl Friedrich Schinkel untergebracht war und das eine ganz exquisite Skulpturensammlung nebst einer einzigartigen Sammlung von Grafiken aus der Hand Schinkels selbst beinhaltete: die Friedrichswerdersche Kirche. Nie habe ich es in all den vielen Jahren, die ich bisher in Berlin verbrachte, versäumt, meine Gäste aus anderen Weltgegenden in dieses Museum zu führen.

Das Original der berühmten Prinzessinnengruppe von Johann Gottfried Schadow in der Friedrichswerderschen Kirche zu Berlin

Die berühmte Prinzessinnengruppe von Johann Gottfried Schadow in der Friedrichswerderschen Kirche zu Berlin im Jahre 2007

Es handelt sich dabei um das sogenannte „Modell“ dieser einmalig schönen Skulptur, bestehend aus Gips und Stoff mit inneren Versteifungen. Es war und ist üblich (schon in der Skulptur der Griechen ab dem 1. Jh. v. Chr.), zuerst ein Modell herzustellen und dessen Form mit dem „Punktierverfahren“ in den Stein zu übertragen. So entstand und entsteht das, was man als „Original“ bezeichnet. Ich denke, daß die Modelle meistens nicht erhalten blieben. Ganz einzigartig war im Fall der Prinzessinnen, daß man in fußläufiger Entfernung vom Modell die Marmorskulptur sehen konnte – nämlich in der Alten Nationalgalerie. Vermutlich ist das nur wenigen zum Bewußtsein gekommen.

Dieses Haus nun überstand alle Zeitläufte, zwei Weltkriege und zwei Diktaturen, doch die entfesselte Plutokratie der Jetztzeit machte diesem Juwel der Baugeschichte, diesem berückend schönen Kleinod, unlängst den Garaus. Die Frankfurter Allgemeine war nach meiner Kenntnis das einzige Medium, das ernsthaft versuchte, diese schmachvolle Angelegenheit zu einem Skandal zu machen; allein, dies mißlang: Ein Pflegefall auf der Denkmalintensivstation

Zur Sache selbst will ich hier nichts weiter schreiben, aber durch Zufall habe ich heute erfahren, welches Gesicht diese unbeschreibliche Schändung hat, bei der man meint, man könne den Berliner Korruptionssumpf buchstäblich mit beiden Händen greifen. Jenes Individuum trägt den Namen „Jürgen Leibfried“ und ist in diesem Video zu sehen. (Man wird wohl verstehen, daß ich dem nicht auch noch Speicherplatz auf meinem Server einräume.)

In diesem an sich schon sehr ärgerlichen und tendenziösen Machwerk der GEZ-Journaille geht es zwar eigentlich um ganz was anderes, nämlich um die „Gentrifizierung“ in verschiedenen Berliner Kiezen. Aber es wird auch ganz eindeutig gezeigt und gesagt, daß jenes nämliche Individuum der Bauherr der „Kronprinzengärten“ ist. Deren Bau nämlich hatte die Agonie der Friedrichswerderschen Kirche zur Folge, siehe oben verlinkten FAZ-Artikel.

Zwei Jahre hat Leibfried gebraucht, um das Projekt zwischen Schloß und Oper gegen alle Widerstände an den Start zu bringen.

Dies sagt ohnehin alles. Sehr hübsch und entlarvend ist auch, wie das Individuum in dem Video während einer Veranstaltung zur Vermarktung jener „Kronprinzengärten“ schamlos mit einer nicht mehr taufrischen Dame namens „Christa Preußen“ kungelt, die ganz und gar unrichtig, jedoch auch unwidersprochen, als „ihre königliche Hoheit“ bezeichnet wird und die dem ganzen äußerst wohlwollend zugetan ist ...

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